HP 2020 zur Bundesfachtagung „Couragiert und professionell für Teilhabe und Entwicklung. HEILPÄDAGOGIK als politischer Auftrag“
Vom 24.-26. November ging es für die im August gestartete Teilzeitausbildung der Heilpädagogik „HP 2020“ nach Berlin. Der Berufs- und Fachverband der Heilpädagogen (BHP) hatte zur jährlichen Bundesfachtagung eingeladen.


Berlin war die Großstadtkulisse für die erste gemeinsame Fahrt. Bunt, schrill, vielfältig – „Arm, aber sexy“. Am Puls der Zeit. Am Ort, wo Vielfalt und Heterogenität als Lifestyle gelebt werden. Und in direkter Näher zu den politischen Akteuren und Lobbyisten. Dort sitzt der Fachverband der Heilpädagogen. Und auch dort finden die jährlichen Bundesfachtagungen statt.


Im Mittelpunkt standen die aktuellen Veränderungen, welche politisch und rechtlich als Rahmen für die praktische Arbeit in sozialen Einrichtungen aktuell auf den Weg gebracht werden. Viele Vertreter aus der Praxis, der Politik und der Forschung hatten Podiumsdiskussionen, Vorträge und Gruppenveranstaltungen eingebracht.

Hier einige Statements aus der HP 2020:

"Die Tagung hat mir einen aktuellen, politisch kritischen Standpunkt eröffnet, den ich in meine alltägliche Arbeit einbringen und weiterdenken möchte. Für mich bedeutet der Besuch bei der BHP-Tagung Vielfalt (er)leben und Begegnungen schaffen. Die Zeit in Berlin hat mich nicht nur fachlich und politisch weiterentwickeln lassen. Ich konnte auch persönlich meine Haltung festigen, da unsere Gemeinschaft durch die Reise nach Berlin gestärkt wurde. Jeden in seiner Vielfalt anzunehmen, anzuerkennen und zu respektieren, ist für mich ein Ziel, welches ich in der Gesellschaft leben und vertreten möchte.“ (Anna Husmann, Heilpädagogin i.A.)


 „Eines sollte sich jeder, der mit Menschen arbeitet, immer wieder ins Gedächtnis rufen: Es wird viel zu viel über die Köpfe der Menschen, die es betrifft, hinweg entschieden. Warum fragen wir nicht einfach mal: Wie stellst du dir das vor? Was wünschst du dir?“ (Pia Spieker, Heilpädagogin i.A.)
„Der Vortrag und das darauffolgende Fachgespräch ‚Medizin und Heilpädagogik im Dialog‘ spiegelten die verschiedenen Sichtweisen der Fachkräfte authentisch wieder.“ (Tina Aehlen, Heilpädagogin i.A.)


„Das Zusammentreffen unterschiedlichster Persönlichkeiten, die trotz verschiedener Professionen das gleiche Ziel verfolgen, war interessant zu erleben. Jeder von ihnen konnte durch sein Fachwissen und seine eigene Erfahrung einen wertvollen Beitrag leisten. Bemerkenswert waren auch die Motivation und der Optimismus der Fachkräfte während der Podiumsdiskussion.“ (Rike Meyer, Heilpädagogin i.A.)


„Uns hat besonders der Vortrag „Herausforderungen schulischer Inklusion“ gefallen. Der Inhalt wurde sehr bildlich dargestellt und es wurden viele Beispiele aus der Praxis genannt. Das hat uns geholfen unsere Haltung zu reflektieren und etwas für unsere Zukünftige Arbeit mitzunehmen. Besonders eindrucksvoll fanden wir folgendes. Gedanke früher: Was braucht ein Kind, um auf eine Schule gehen zu können? – Gedanke heute: Was braucht eine Schule, damit jedes Kind sie besuchen kann?“ (Laura Rolfs und Miriam Rosing, Heilpädagoginnen i.A.)


„Durch das Bundesteilhabegesetz steht in der zukünftigen heilpädagogischen Arbeit immer mehr der Inklusionsgedanke im Vordergrund. Dabei sollte der schon lange bestehende Gedanke der Selbstbestimmung nicht außer Acht gelassen werden.“ (Jana Behrens, Heilpädagogin i.A.)


„Es war interessant von anderen Institutionen zu hören und deren Denk- und Vorgehensweise zum Thema Inklusion und Bundesteilhabegesetz zu erfahren. Es wurde einem klar, dass im Moment ein großer Wandel stattfindet (Bundesteilhabegesetz) und man es auch selbst in der eigenen Arbeit mitgestalten kann, weil es noch viele Freiheiten gibt.“ (Sascha Kohnen, Heilpädagoge i.A.)


„Die Fachtagung war für mich sehr lohnenswert, weil ich dort die neuesten Erkenntnisse zum Thema ‚Inklusion‘ erfahren konnte. Ich fand verschiedene Impulse gut, z.B. die Sensibilisierung dafür, dass man mehr für beeinträchtigte Menschen durchsetzen kann, wenn man sich für politische und kommunale Fragen zusammenschließt. Die Abkehr von großen Institutionen hin zu mehr kleinen und übersichtlichen Wohngemeinschaften wurde z.B. sehr deutlich. Fragen zum Nachdenken und Diskutieren haben wir eingefangen, welche eine gute und gerechte Lösung für alle benötigen.“ (Radoslaw Serdynski, Heilpädagoge i.A.)


„Besonders nachdenklich hat mich die Aussage gemacht, dass es für Kinder viel zu viel wird, wenn die Frühförderung in die Kindertagesstätten kommt. Kinder haben in Kindertagesstätten sowieso schon viele Termine und Aktivitäten an denen teilgenommen werden soll. Da kann einmal die Woche Frühförderung für die Kinder eine hohe Überforderung darstellen. Ein Vorschlag war die Frühförderung nur noch an Nachmittagen stattfinden zu lassen.“ (Alina Lambers, Heilpädagogin i.A.)


„Jeder Mensch hat das Recht, dabei zu sein. In einer inklusiven Welt wird aus nebeneinander ein miteinander, damit wir gemeinsam verschieden sein können. Es ist wichtig seine Augen vor dem Thema Inklusion nicht zu verschließen. Nur wenn viele Menschen mitmachen kann Inklusion funktionieren. Denn je mehr Menschen über Inklusion wissen, umso weniger Angst haben wir davor.“ (Janine Saalfeld, Heilpädagogin i.A.)


„Für mich waren die lockere, neugierige Stimmung, die vielen Gespräche über die praktischen Erfahrungen und die sehr fundierten Diskussionen mit den angehenden Heilpädagoginnen und Heilpädagogen schon auf der Hinfahrt und auch während der Tagung äußerst spannend und bereichernd. Es hat einfach Spaß gemacht diese Impulse so mit den Inhalten der Tagung verbinden zu können. Und Berlin hat natürlich ein ganz eigenes Flair, das wir im Abendprogramm auch wunderbar nutzen konnten. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt. Wegen der kalten Jahreszeit konnten krankheitsbedingt leider nicht alle mitfahren und hier zu Wort kommen. Aber die gemeinsame Studienfahrt steht noch aus, auf die ich mich schon ganz besonders freue.“ (Jens Wörmer, Kursleiter HP 2020)

 

 

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